Nachwuchsparlament 2019

Nachdem ich mich mit dem Thema „Welche Rolle spielt Lesen im Jahr 2019“ auseinandergesetzt, dazu einen kleinen Essay verfasst und diesen an meine Bewerbung geheftet hatte, wurde ich vom Börsenverein zu den Buchtagen in Berlin und zum Nachwuchsparlament eingeladen. Vor meiner Ankunft wusste ich nicht wirklich was mich erwartet. Von ein paar Leuten bekam ich schon im Voraus mit, dass die Zeit dort super sein soll und sich das Mitmachen auf alle Fälle lohnt.

Was ist denn das Nachwuchsparlament eigentlich?

Das Nachwuchsparlament ist ein Haufen junger Menschen aus der Buchbranche (Auszubildende, VolontärInnen, PraktikantInnen, Studierende buchnaher Studiengänge und junge Mitarbeiter/innen) die sich gemeinsam zusammensetzen und vertretend für den Nachwuchs der gesamten Branche sprechen. Sie haben die Möglichkeit sich auszutauschen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Der Börsenverein bietet dazu bundesübergreifend ein gemeinsames Forum an, das sich in diesem Jahr parallel zu den Buchtagen versammelt hat. Das Nachwuchsparlament, welches dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen feierte, hatte rund 100 TeilnehmerInnen, einer davon war ich.

Die diesjährige Location war das Ellington Hotel in Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin. Schon am ersten Tag, dem 17. Juni, ging es abwechslungsreich los.
Der Nachwuchs begann mit einem Jubiläumspodium und durfte im Rahmen der IG Digital Jahrestagung auch an einer Fishbowl-Diskussion zu digitalen Skillsets teilnehmen. Zudem gab es neben einer Table-Sessions mit verschiedenen Schwerpunkten rund um Leserbindung, digitale Innovationen und Soziale Medien, an denen wir uns mit einbringen durften, auch verschiedene Workshops.
Außerdem wurde auch der neue Nachwuchssprecher gewählt. Dieser steht stellvertretend für den Nachwuchs und informiert ihn über Neuigkeiten. Über das Jahr verteilt geht er zu mehreren Veranstaltungen um sich zu informieren und zu vernetzen. Außerdem hat er die Verantwortung vor den Mitgliedern des Börsenvereins eine kurze Rede zu halten, in der er mitteilt mit was sich die jungen Verlagsmenschen beschäftigen, mit welchen Problemen sie im Alltag zu tun haben und was ihre Wünsche sind.

Genau diese Themen wurden an dem darauffolgenden Tag bei einer Sitzung, dem sogenannten „Parlament“ besprochen. Zusammenfassend hat sich herauskristallisiert, dass sich die jungen Verlagsmenschen am meisten über schlechte Bezahlung, befristete Arbeitsverträge und die Tatsache ärgern, dass sie keine Möglichkeit haben sich selbst mit neuen Ideen im Verlag einzubringen. Da sich auch viele junge Menschen extra für dieses Event Urlaub genommen haben, wurde ein weiterer Punkt zu der Liste hinzugefügt, die dem Kongress bei der Hauptversammlung präsentiert werden sollte: Verlage und Unternehmen sollten junge, engagierte Menschen unterstützen, damit die Branche weiterleben kann.

Ich durfte einige Vorträge besuchen, die sich meist mit dem übergreifendem Thema Digitalisierung in der Buchbranche beschäftigten. Redner waren beispielsweise Prof. Dr. Henning Lobin oder auch Prof. Dr. Gerhard Lauer. Interessant finde ich, dass trotz der Digitalisierung die Zahl der Buchkäufer in Deutschland im Jahr 2019 erstmals wieder gestiegen ist. Gerade jüngere Altersgruppen (20-39 Jahre) verzeichnen einen sehr großen Zuwachs.

Bei der finalen Mitgliederversammlung gab es Neuigkeiten: Der neue Börsenvereins-Vorstand wurde gewählt. Karin Schmidt-Friderichs ist die neue Nachfolgerin des Buchhändlers Heinrich Riethmüller. Außerdem wurde Matthias Ulmer mit der Goldenen Nadel ausgezeichnet! Dieser Preis wird an Personen vergeben, die sich für den Verband und die Buchbranche langjährig engagieren.
Zu dieser Auszeichnung möchten wir Herrn Ulmer hiermit auch noch einmal gratulieren! Einen kleinen Artikel zu diesem Preis findet ihr im Buchmarkt.

Das positive Feedback der anderen Azubi-Teilnehmer kann ich nur bestätigen und hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder mit dabei sein darf!

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