Ulmers Patenkind – Nice to meet you!

Vielleicht fragt sich der ein oder andere: „Warum fahren die Azubis und Volontäre eigentlich an den Bodensee?“

Grund dafür ist unsere neue Patenschaft. Seit Mai 2016 gehen unsere gesammelten Spenden nicht mehr allgemein an das Sozialwerk des deutschen Buchhandles, sondern kommen einer Person zugute, die finanzielle Hilfe zum Überleben benötigt.

Wie alles begann

Im Mai haben wir Azubis zum Sozialwerk des Deutschen Buchhandels Kontakt aufgenommen, um zu fragen, ob es ein Motto oder etwas Ähnliches zum Jubiläum des Sozialwerks gibt. Gibt es nicht! Im Laufe des Gespräches kam von meiner Gesprächspartnerin am anderen Ende der Leitung die Idee, eine Patenschaft zu übernehmen. Nach Absprache mit Herrn Ulmer war die Sache gebongt. Wir erhielten Namen und Telefonnummer einer netten Dame, die mit der Hilfe des Sozialwerks ihren Ruhestand bestreitet.

Nach dem Ersten Telefonat mit Frau Marion Büchle* erzählte ich Frau Schilling-Fischer von der netten Rentnerin und dass es doch schön wäre, Frau Büchle einmal persönlich kennenzulernen. Plötzlich erschallte aus dem Hintergrund die Stimme von Herrn Zimmermann: „Das schreit nach einem Azubi-Ausflug!“. Auf meine vorsichtige Frage, ob ich das nicht mit Frau Gutekunst noch abklären müsse, kam die bestimmte Antwort, dass das am Ende immer noch er zu entscheiden habe!

Na dann war ja alles klar: Die Azubis fahren zum Bodensee!

Anschließend kam die Planung

Frau Gutekunst, Herr Zimmermann und ich suchten als nächstes noch weitere interessante Orte, die wir besuchen konnten. Rund um den Bodensee gibt es natürlich viele schöne Flecken, die es lohnt zu besichtigen, doch es sollte auch zum Verlag passen. Die Insel Reichenau war da zum Beispiel genau richtig (mehr dazu in den anderen Beiträgen).

Ein Anruf von mir mit dem gewünschten Datum und der Termin mit Frau Büchle stand fest.

Wer ist sie denn nun?

Pünktlich zur vereinbarten Zeit standen wir in Überlingen, direkt am See an einem Brunnen, den wir als Treffpunkt vereinbart hatten. Im Gegensatz zu Frau Büchle, die den Vorteil hatte, uns zumindest vom Blog zu kennen, hatten wir nur eine grobe Beschreibung: klein, rundes Gesicht, braune Haare und immer fröhlich. Doch die Beschreibung passt sehr gut! Genau diese Person kam auf uns zu: mit einem strahlenden Lächeln und guter Laune. Nach der kurzen Vorstellungsrunde durften wir Azubis erst einmal an Frau Büchles Wissensschatz teilhaben, denn sie erzählte uns die Geschichte, die hinter dem Brunnen steht.

In einem netten Café bei Eiskaffee und Eisschokolade erfuhren wir dann mehr über unser Patenkind: Frau Büchle ist Anfang 70, gelernte Buchhändlerin und übernahm die Buchhandlung ihrer Eltern. Zwei weitere Filialen folgten mit der Zeit, in zwei weiteren Städten in der Nähe. Bis vor drei Jahren arbeitete Frau Büchle in und für diese drei Standorte und bildete über 100 Azubis aus! Die Begeisterung für ihren Beruf ist ihr deutlich anzusehen und auch zu spüren. Doch dann eröffnete eine Buchhandelskette gegenüber ihrer Filiale und es ging bergab, Frau Büchle musste Insolvenz anmelden. Das ist inzwischen etwa drei Jahre her. Aus finanziellen Gründen ist Frau Büchle letztes Jahr in eine kleine Wohnung umgezogen. Dort lebt sie nun und fühlt sich dort auch wohl. Sie hegt und pflegt ihre Balkonpflanzen und unternimmt gerne kleine Ausflüge in der Umgebung.

Was wir über unser Patenkind denken

Die eineinhalb Stunden, die wir mit Frau Büchle hatten, vergingen wie im Flug! Wir haben gelacht, von uns und unserer Ausbildung erzählt und unser Patenkind sehr gut kennengelernt. Am Ende erhielten wir noch eine kurze Privatführung durch den Oberen Stadtgarten mit seinen berühmten Kakteen.
Wir hätten sicher noch mehr Zeit mit Frau Büchle verbringen und mit ihr die Stadt näher erkunden können, doch wir hatten nur begrenzt Zeit. Aber wir gingen mit der Gewissheit, dass die Spenden ab diesem Jahr an eine Frau gehen, die diese benötigt, wirklich sehr zu schätzen weiß und auch sehr dankbar dafür ist.

 

* Name von der Redaktion geändert. Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten mit existierenden Personen sind Zufall.

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1 Kommentar
  • Katrin Scholer
    27. Oktober 2016

    Euer Engagement ist bewundernswert – kann sich mancher eine Scheibe von abschneiden.
    Super! Macht weiter so!!! 😉