Die Buchproduktion aus Herstellungssicht

Wie entsteht eigentlich ein Buch? Welche Schritte sind notwendig, damit ein Buch gedruckt werden kann? Wie ist der zeitliche Ablauf gegliedert und in welchen Bereichen muss im Voraus geplant werden? Diese und weitere Fragen werde ich in diesem Blogeintrag beantworten.

Im Ulmer Ausbildungsplan ist auch die Abteilung „Buchherstellung“ vertreten. Bevor ich dort meine Zeit verbracht habe, konnte ich mit dem Begriff nicht viel anfangen. Jetzt weiß ich mit welchen Themen sich diese Abteilung beschäftigt und möchte euch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen geben.

Von der Idee zum Buch

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie bei Ulmer ein Buch entsteht. Die Basis ist in jedem Fall ein/e kompetente/r Autor/in. Diese/r wird entweder vom Verlag angesprochen oder meldet sich aus freien Stücken mit einer Buchidee. Für die Entscheidung ob dieses Buch dann auch veröffentlicht werden kann, sind einige Kalkulationen und Besprechungen notwendig.
Ein erster wichtiger Schritt ist der Umschlagprozess, da dieser für weitere Abläufe, wie die Verlagsvorschau oder als Abbildung im Internet benötigt wird. Dieser Prozess zieht sich über mehrere Konferenzen, in denen das Bild sowie die Gestaltungsart der Titelseite diskutiert und entschieden werden.

Welchen Part übernimmt die Buchherstellung?

Die vom Autor erhaltenen Materialien, wie Texte in Form eines Manuskriptes, werden gründlich geprüft. Daraufhin werden einige Kalkulationen erstellt, um aufzuzeigen, wie viel Zeit, Kosten und Kapazität für das Projekt benötigt wird. Die weitere Planung besteht darin, einen Zeitplan zu erstellen, der die wichtigsten Termine und Abgaben beinhaltet.
Der Hersteller kümmert sich um die gestalterischen Tätigkeiten, wie das Erstellen eines Musterlayouts oder eines Umschlages. Auch die Ausstattung des Titels, wie die Wahl der Papiersorte oder die Veredelung des Einbandes, liegen in seinem Aufgabenbereich.
Da viele Buchtitel pro Quartal erscheinen und die Kapazitäten intern nicht ausreichen, werden viele Tätigkeiten an externe Grafiker oder Setzer vergeben. Der Hersteller ist deshalb meistens in der organisatorischen Rolle und koordiniert. Die Kosten und Termine müssen für einen optimalen Ablauf dauerhaft im Auge behalten werden. In der Korrekturphase gibt es mehrere Schleifen mit Autor, Lektor und Hersteller.

Die letzten Schritte zum fertigen Buch

Sobald die Schlusskorrektur ausgeführt worden ist, werden Retuschen erledigt und Proofs erstellt. Diese dienen dazu, vorab zu sehen, ob die Farben auf den Bildern, dem Papier und in dem Titel so herauskommen, wie erwartet. Da unterschiedliche Papiersorten eingesetzt werden, handelt es sich um Druckbögen, die mit speziellen Farbdruckern bedruckt werden. Sie zeigen dem Hersteller bereits das physische Aussehen von ausgewählten Seiten, bevor das Buch endgültig gedruckt wird.
Zum Schluss werden noch die Druck PDFs geschrieben, kontrolliert und angepasst. Sobald der Druckauftrag geschrieben wurde und die Druckdaten in der Druckerei angekommen sind, wird fleißig gedruckt und weiterverarbeitet. Währenddessen werden im Hause Ulmer die Kalkulationen überprüft und in manchen Fällen korrigiert. Außerdem müssen die fertigen Druckdaten sowie jegliches Material archiviert werden.
Mit all diesen Schritten entstehen täglich neue kreative Projekte und interessante Bücher.

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