ISBN – Die kleinen Zahlen auf den Büchern

Wer auf seinem Buch nach dem Preis schaut, sieht direkt daneben den Strichcode mit der 13-stelligen Nummer darunter. Aber habt ihr euch nicht auch schon mal gefragt, was sich hinter den Zahlen überhaupt versteckt?

Genau genommen sind die Zahlen direkt unter dem Strichcode die EAN (European Article Number). Jeder Artikel, den man im Handel kauft, hat in der Regel einen Strichcode mit 13-stelliger EAN.

Die ISBN hingegen ist mit Bindestrichen untergliedert und wird nur für Produkte von Verlagen und dem Buchhandel verwendet. ISBN steht für Internationale Standardbuchnummer und setzt sich seit 2007 aus 13 Ziffern zusammen. Davor gab es die ISBN-10, die allerdings aufgrund der knapp werdenden Nummerkombinationen um drei Zahlen erweitert wurde. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Titel in buchhändlerischen Datenbanken erfasst und im deutschen Buchhandel verkauft werden können.

Am besten versteht man den Aufbau einer ISBN anhand eines Beispiels. Eins der Bücher auf dem Titelfoto hat folgende ISBN:

978-3-8186-1304-4

Die erste Zahlengruppe 978 ist das Präfix für die Produktgruppe Buch.

Die Ziffer 3 ist der Ländercode für Deutschland bzw. für ein deutschsprachiges Buch. Bei englischsprachigen Büchern findet sich hier eine 0 oder eine 1.

Danach folgt die Verlagsnummer 8186. Sie muss allerdings nicht aus vier Ziffern bestehen, sondern kann unterschiedlich lang sein. Das ist abhängig davon, wie viele Bücher ein Verlag veröffentlicht – viele Veröffentlichungen bedeuten eine lange Buchnummer und daher eine kurze Verlagsnummer. Schaut man sich ältere Bücher vom Verlag Eugen Ulmer an, fällt auf, dass hier eine andere Verlagsnummer abgedruckt ist, nämlich die 8001. Das liegt daran, dass ab 2017 keine ISBNs für unsere Bücher mehr übrig waren. Eine neue Verlagsnummer musste daher benutzt werden.

Die darauffolgenden 4 Ziffern, bei unserem Beispiel 1304, sind also die Buchnummer. Das bedeutet, dass alle unsere Bücher die gleichen ersten acht Ziffern haben (vorausgesetzt sie haben die gleiche Verlagsnummer). Erst diese Buchnummer gibt den genauen Titel an, um den es sich handelt.

Die 4 am Ende der ISBN ist die Prüfziffer. Sie hat keine inhaltliche Bedeutung, sondern wird mit einer Formel berechnet und dient dazu, Eingabe- oder Lesefehler zu erkennen.

Das Besondere an der ISBN ist, das nicht nur jeder Titel eine eigene ISBN hat, sondern auch jede Ausgabe. Eine Neuauflage hat eine andere Nummer als die Erstauflage, und auch ein Hardcover hat eine andere Nummer als das Taschenbuch oder das E-Book. Somit wird jedes Buch mithilfe der ISBN eindeutig gekennzeichnet, damit es nicht verwechselt werden kann.

Neben der ISBN gibt es auch die ISSN. Die internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke (auf Englisch International Standard Serial Number) wird für unbegrenzt fortlaufende Veröffentlichungen benutzt. Dazu zählen Zeitschriften und Zeitungen, aber auch wissenschaftliche Blogs und Datenbanken. Anders als die ISBN ist sie nur 8 Ziffern lang. Bei den Beispielen ISSN 0940-6808 und ISSN 2199-367X erkennt man den Aufbau. Die Buchstaben „ISSN“ sind den Ziffern immer vorangestellt. Die ersten sieben Ziffern sind die eigentliche ISSN, an letzter Stelle steht die Prüfziffer, die wie bei dem zweiten Beispiel auch ein „X“ sein kann. Der Bindestrich in der Mitte dient lediglich als optisches Unterscheidungsmerkmal zu anderen Kodierungssystemen und verbessert die Lesbarkeit. Anders als bei der ISBN, kann man anhand der Nummern der ISSN nicht herauslesen, um welchen Verlag es sich handelt oder in welcher Sprache die Zeitschrift veröffentlicht wurde.

Sucht doch mal in unserem Shop unter ulmer.de nach der Beispiel-ISBN, um herauszufinden, um welchen Titel es sich handelt. Oder findet ihr in eurem Bücherregal Bücher mit interessanten ISBNs? Ein fremdsprachiges Buch, ein Buch mit besonders langer Buchnummer oder vielleicht findet ihr noch einen anderen Verlag, der verschiedene Verlagsnummern besitzt?

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