Literaturrunde: Der kleine Prinz

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Ist es nun ein Buch für Kinder oder doch nicht?

In der Literaturrunde haben wir dazu keine eindeutige Antwort gefunden.

Wer hat nicht von Antoine de Saint-Exupérys “Der kleine Prinz” gehört?

Gehört hatten wir Azubis alle schon davon, gelesen tatsächlich allerdings nicht. Also haben wir uns das dünne Büchlein vorgenommen und es nicht nur gelesen, sondern auch (und das kommt in der Literaturrunde eher selten vor) Bilder angeschaut.

Auf Reisen

Der kleine Prinz lebt mit seiner Blume und seinen drei Vulkanen (davon 2 aktiv) auf einem kleinen Planeten. Eines Tages zieht er los, um mehr zu sehen. Er besucht verschiedene andere Planeten, und trifft dabei die unterschiedlichsten Persönlichkeiten: Einen König ohne Untertanen, einen Mann der “seine” Sterne zählt, einen Laternenanzünder, der jeden Abend eine Laterne anzünden muss, um ein paar Beispiele zu nennen.
Doch der kleine Prinz verweilt nie lange auf einem Planet. Unter anderem auch deshalb, weil er nicht der Untertan des Königs sein möchte oder ganz nachvollziehen kann, warum die Sterne diesem einen Mann gehören, nur weil er sie als erste (wie der Mann behauptet) gezählt hat.

In der Wüste

Dann erreicht der kleine Prinz eine Wüste der Erde. Dort trifft er auf eine Schlange, einen Rosengarten (dabei stellt er fest, dass seine eigene Blume eine Rose sein muss) und einen Fuchs, der ihm das Geheimnis eines geknüpften Bandes zwischen zwei Wesen erklärt.
Als letztes trifft er auf einen abgestürzten Piloten, der versucht sein Flugzeug zu reparieren – der Erzähler des Buches. Während der Pilot versucht sein Flugzeug wieder zu reparieren, stellt der kleine Prinz immer wieder Fragen.

Irgendwann geht dem Pilot das Wasser aus und sie machen sich auf, einen Brunnen zu suchen. Sie finden auch einen und können ihren Durst stillen. An diesem Ort, war der kleine Prinz vor einem Jahr auf der Erde gelandet. Der kleine Prinz schickt den Piloten zurück, sein Flugzeug zu reparieren und bleibt am Brunnen zurück. Als der Erzähler am nächsten Morgen zurückkommt, hört er wie der kleine Prinz mit einer Schlange redet, die ihn vergiften soll. Dem Piloten gegenüber versichert er, dass er nur so aussehen würde, als wäre er tot, aber auf dem Weg zurück zu seinem Planeten und seiner Blume, wäre sein Körper zu schwer, also muss er ihn zurücklassen. Und genau so geschieht es dann auch, der kleine Prinz geht und der Pilot findet am nächsten Morgen auch dessen Körper nicht wieder.

Für Kinder, oder Erwachsene?

Den ersten Teil des Buches kann man ohne Probleme einem Kind vorlesen. Der Blickwinkel des kleinen Prinzen auf die Erwachsenen und ihre seltsam anmutendes Tun lässt sicher auch einen Vorleser hier und da schmunzeln.

Doch der zweite Teil in der Wüste wird dann etwas schwerer. Auch wenn der kleine Prinz behauptet, mit dem Biss der Schlange nur seine Hülle abzulegen, geht es doch um den Tod – darüber waren wir uns einig.  Mit diesem, selbst für uns Erwachsene noch schwierigen Thema, möchte man doch kein Kind bei der Gute-Nacht-Geschichte konfrontieren. In der Literaturrunde kam die Frage auf, ob der Autor den Tod so sieht, wie der kleine Prinz es beschreibt: als Abstreifen der körperlichen Hülle, um weiterziehen zu können.
Das Buch erschien 1943, ein Jahr bevor Antoine de Saint-Exupéry mit seinem Flugzeug verschwand. Der Franzose war schwer depressiv und es wird nicht ausgeschlossen, dass er sich mit seinem letzten Flug (danach hätte es für den leidenschaftlichen Piloten keine weiteren Flüge bei den Luftstreitkräften gegeben) selbst umgebracht hat. Allerdings gibt es inzwischen Hinweise, dass er auch abgeschossen worden sein könnte.

Fazit

Ein Fazit zu ziehen ist bei diesem Buch gar nicht so einfach. Jeder in der Literaturrunde hat zum Buch eine eigene Meinung und Sichtweise entwickelt (so soll das ja auch sein). Dem einen gefiel es mehr, dem anderen weniger. Manchen fehlten weibliche Figuren. Der einzige weibliche Charakter – die Blume – hat in der Geschichte auch keine sehr sympathische Art erhalten. Mir sagen die Zeichnungen nicht wirklich zu.

Andererseits ist es eine Geschichte, die das Handeln der Erwachsenen in Frage stellt. Was bringt es denn, die Sterne zu zählen, wird man damit doch niemals fertig? Es geht um Freundschaft und darum, das besondere im Alltäglichen zu finden, weil es eine Bedeutung für die gemeinsame Freundschaft besitzt.

Wir hatten wieder Mal eine anregende und diskussionsfreudige Runde und wer das Buch bis dahin noch nicht gelesen hatte, konnte eine Bildungslücke schließen.

 

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