Er ist wieder da

Die letzte Literaturrunde des Jahres behandelte die Thematik des Nationalsozialismus und die Frage, ob eine humorvolle Form der Auseinandersetzung damit  möglich ist. Aus diesem Anlass lasen wir den Roman „Er ist wieder da“ von Timur Vermes. Zum Vergleich sahen wir uns  den Film „Der große Diktator“ von Charlie Chaplin an.

Roman: „Er ist wieder da“

Direkt nach seinem Erscheinen im Jahre 2011 erregte das Buch mit seinem provokanten und satirischen Schreibstil riesiges Aufsehen.
Ohne zu wissen, wie ihm geschieht, wacht Adolf Hitler, in seiner NS-Uniform gekleidet, im modernen Berlin des Jahres 2011 auf. Seine gesamte Erscheinung sorgt dafür, dass er bei den Menschen nicht unbemerkt bleibt. Ein ortsansässiger Kioskbesitzer, der Gefallen an Hitlers scheinbar komödiantischen Talent findet, bietet ihm Hilfe an. Niemand ist sich im Klaren darüber, dass die sonderbare Erscheinung kein gewiefter Comedian, sondern der echte Adolf Hitler ist. Somit bekommt er die Möglichkeit, in einer Fernsehsendung aufzutreten und seine „Satire“ zu propagieren. Langsam aber sicher beginnt ein erneuter Aufstieg Hitlers. Uns als Leser stimmt es nachdenklich, dass es einem einzelnen Menschen vielleicht auch heute noch gelingen könnte, die Bevölkerung derart zu umgarnen und in seinen Bann zu ziehen. Sprachlich ist das Buch auf einem sehr hohen Niveau. Es lässt sich zwar über den Humor streiten, dennoch ist das Buch definitiv etwas Neues. Allerdings mangelt es der Geschichte etwas an Geschwindigkeit, wodurch sie mit der Zeit etwas langatmig wird.

Film: „Der große Diktator“

Als einer der ersten weltberühmten Schauspieler des frühen 20. Jahrhunderts blieb Charlie Chaplin, besonders wegen seiner Hitler-Nachahmungen, in Erinnerung.
Der Film „Der Diktator“ stammt aus den 40-er Jahren. Er zeigt eine karikaturistische Darstellung einer fiktiven Welt, die sehr eindeutig auf das NS-Regime verweist. Charlie Chaplin erlebt die Situation im Film sowohl aus der Opfer- als auch aus der Täterrolle. Versehen mit Schnauzbart und Seitenscheitel spielt Chaplin im einen Moment Adolf Hitler und im anderen einen jüdischen Friseur.

Vergleich von Film und Buch

Sowohl der Film, als auch das Buch bieten keine wirklichkeitsgetreue Darstellung von Adolf Hitler.
Der Roman ist aus der Sicht Hitlers geschrieben, was dem Leser einen sehr detaillierten Einblick in Hitlers Wesen bietet. Das ist durchaus eine groteske Erfahrung. Überspitzung und Übertreibung sorgen für einen humorvollen Umgang mit dem Nationalsozialismus. Allerdings ist bei all dem Witz der erhobene Zeigefinger nicht zu übersehen.
Charlie Chaplins Hitler-Darstellung ist ebenfalls sehr überspitzt. Bei ihm ist aber weniger die Auseinandersetzung Sinn der Sache, als ein Verspotten des damaligen Deutschlands. Dies ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass der Film während des zweiten Weltkrieges entstanden ist.

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