Literaturrunde: Der Inquisitor

In der letzten Literaturrunde sind wir abgetaucht ins Mittelalter, die Zeit der Inquisition und der Hexenverfolgung. Das Buch „Der Inquisitor“ von Wolfang Hohlbein wurde von uns kritisch gelesen und diskutiert.

Worum geht´s?

Die fiktive Geschichte spielt in einem kleinen Dorf in der Nähe von Lübeck. Der Mönch und Inquisitor Tobias wird von seinem Kloster dorthin geschickt um die Untersuchung gegen eine angebliche Hexe durchzuführen. Tobias sieht sich selbst als sehr rationalen Menschen, der Wissenschaft und dem Logischen zugeneigt. Doch üben düstere Orte und Ereignisse eine starke Wirkung auf ihn aus…

 

Historischer Roman oder Horrorschinken?

Die Geschichte ist im Mittelalter, vermutlich in der frühen Phase der Hexenverfolgung und der damit verbundenen Inquisition, angesiedelt. Doch erscheinen keine historischen Personen im Roman und es gibt auch keine konkreten Anhaltspunkte, in welcher Zeit genau die Geschichte spielt.

Also Horror? Vermutlich auch. Die Szenen werden mit starken Bildern beschrieben. Am Anfang des Romans beschreibt Hohlbein zum Beispiel sehr detailliert, wie Tobias am Rande einer Lichtung im Wald steht und auf einen Hexenkreis (Pilze die im Kreis wachsen) blickt. Dabei wird die düstere, ja geradezu unheimliche Stimmung und ihre Auswirkung auf den Pater beschrieben. Aus der Sicht des Mönchs strahlt der Hexenkreis eine unheilige Aura aus, die seine Gebete geradezu negieren.

 

Trivialliteratur – hä?

Bei der Vorbereitung auf die Literaturrunde erhalten wir von unserem Ausbilder Friedrich Springob immer ein paar Fragen zum Buch. Dieses Mal wollte er von uns unter anderem wissen, ob „Der Inquisitor“ zur Trivialliteratur gehört. Da stellt sich zuerst die Frage: was bitte ist denn Trivialliteratur?

Also folgte von uns Azubis eine Horizonterweiterung und in unserem Wissensschatz findet sich nun auch dieser Begriff wieder: Trivialliteratur ist dem Leser leicht zugänglich, da sie in einer einfachen, gut verständlichen Sprache verfasst ist. Es geht um Themen, die eine breite Masse ansprechen: Liebe, Abenteuer, Tod, Familie oder Krieg. Solche Bücher werden manchmal eher abwertend mit Kitsch- oder Schundliteratur bezeichnet. In der Trivialliteratur bedient man sich auch gerne gängiger Klischees. In diesem Buch könnte man dafür als Beispiel die Dorfbewohner hernehmen, welche die Aussage, dass die beschuldigte Frau eine Hexe ist, einfach nachplappern.

 

Fazit

Wer den leichten Gruselfaktor sucht, ist hier sicherlich nicht falsch. Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen. Genau das richtige, um an einem verregneten Tag Zuhause auf dem Sofa zu lesen.

„Der Inquisitor“ musste in der Literaturrunde aber auch Kritik einstecken. Wer Wolfgang Hohlbein kennt, weiß, dass er auch viele Fantasy-Bücher geschrieben hat. Und das spürten wir auch im Roman. Bei Beschreibungen, wie zum Beispiel dem Hexenkreis, erwartete man beinahe, dass es tatsächlich Magie im Buch gibt. Die Auflösung des Rätsels ist allerdings völlig unmagisch!

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