Literaturrunde: Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten, Martin Luther

Zum 500. Jahrestag der Reformation haben wir im Azubi-Literaturkreis den Spiegel Bestseller „Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten, Martin Luther“ gelesen.

Herausgekommen ist das Jugendbuch von Christian Nürnberger und Petra Gerster im Oktober 2016. Das Buch beschreibt Luthers bewegtes Leben mit all seinen Höhen und Tiefen: beginnend mit seiner Herkunft, seinem beruflichen Werdegang und den Differenzen mit seinem Vater. Zentrale Themen sind außerdem das Auseinandersetzen mit dem Ablasshandel und die 95 Thesen.

 

Luthers Leistung

Luther war ein mutiger Mann! Das kann definitiv gesagt werden, denn im Kontext des Mittelalters galt Denken als Teufelswerk und genau das tat Luther unablässig. Er zweifelte am Gottesbild, das ihm die katholische Kirche auferlegte. Luther realisierte, dass Gott nahe zu sein nicht zwangsläufig bedeutet, den fragwürdigen Spielregeln der katholischen Kirche zu folgen. Aus einem Zusammenspiel  von Gedanken und Ereignissen entstand Luthers Turmerlebnis. Der daraus gewonnene Glaubensgrundsatz sola gratia drückt aus, dass Menschen allein durch die Gnade Gottes ewiges Leben erlangen und nicht durch ihr Handeln. Voller Enthusiasmus verfasste Luther die 95 Thesen und kritisierte darin den Ablasshandel, das Fegefeuer und den kirchlichen Umgang mit Sünden.

Die Thesen wurden am 31.10.1517 an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt. Fortan war die Reformation nicht mehr zu bremsen. Es entstanden tausende Exemplare, die sich durch den Buchdruck rasend verbreiteten. Kein Wunder, dass Luther prompt nach Rom zitiert wurde, denn so ein Unruhestifter ist nicht gern gesehen. Trotz der brisanten Lage schaffte es Luther,  jahrelang Zeit zu schinden. Zu einer Verurteilung wegen Häresie (Ketzerei) kam es letztlich nicht, auch wenn Luther nach dem Reichstag zu Worms, im Jahre 1521, vogelfrei war. In den darauffolgenden Jahren änderte sich die Liturgie, Luther heiratete und übersetzte die Bibel, was für die Entstehung der deutschen Sprache essentiell war.

 

Bedeutung der Reformation

Vielleicht stellen sich einige die Frage, wieso das Thema Reformation noch so relevant ist – wir übrigens auch! In unserer Literaturrunde haben wir festgehalten, dass wir dieses Jahr den 31. Oktober als Feiertag genießen durften. Die Reformation bedeutet eine Wende des Denkens und somit, dass die Kirche nicht wie früher alle Bereiche des Lebens bestimmt. Reformation ist also nicht nur als kirchlicher Vorgang zu verstehen, sondern vielmehr als sozialgeschichtlicher Sachverhalt, der unser Leben bis heute prägt.

 

Fazit

Das Buch ist fundiert und toll recherchiert.  Natürlich können in etwas mehr als 200 Seiten weder Luthers Leben, noch sein Schaffen vollständig  dargestellt werden. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich um ein Jugendbuch handelt, ist der Umfang  angemessen. Die Thematik ist nicht kinderleicht zu verstehen, aber der Autor gibt sich große Mühe alle wesentlichen Inhalte verständlich zu vermitteln.

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1 Kommentar
  • Friedrich Springob
    17. Januar 2018

    Gut geschrieben!