Insektenhotel Marke Eigenbau

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Insektenhotel

Im heutigen Blogeintrag soll es um den Bau eines Insektenhotels für verschiedene Wildbienenarten gehen. Das Buch „Richtig gute Insektenhotels“ von Helga Hofmann hat mir geholfen meine anfangs eher wage Idee in die Praxis umzusetzen und beinhaltet viele hilfreiche Tipps, Tricks und Wissenswertes rund um das Thema Wildbienen.

Nicht brauchbare Insektenhotels und Allgemeines

In Zeiten von massenhaftem Insektensterben und dem damit verbundenen Rückgang der Biodiversität, sind Insektenhotels mittlerweile aus ihrem Nischendasein ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Doch für was sind die dekorativen Kästen überhaupt da? Der Name „Insektenhotel“ ist tatsächlich etwas irreführend. Man versteht darunter eine Nistmöglichkeit für Wildbienen und diese sollen dadurch zusätzliche Möglichkeiten bekommen, ihre Brut zu platzieren. Wildbienen leben im Gegensatz zur menschlich domestizierten Honigbiene eher in kleineren Völkern und oft sogar solitär. Selbstverständlich reicht eine Nisthilfe alleine nicht aus, sondern sollte mit für Bienen geeigneten, heimischen Blühpflanzen in der Nähe kombiniert werden. Ebenfalls sehr interessant finde ich den Fakt, dass einige im Handel angebotene Nisthilfen nicht nur sehr teuer, sondern zum Teil auch kaum für Wildbienen geeignet sind. Gerade weil ich mir die Mühe des Selbst-Bauens gemacht habe, wollte ich natürlich eine möglichst gute Nisthilfe bauen.

Heimwerkern für Anfänger

Ich würde mich als handwerklich einigermaßen begabt beschreiben und doch hatte ich zu Beginn des Baus kleine Startschwierigkeiten. Grundsätzlich ist es wohl empfehlenswert, etwas Geduld und Freude am Ausprobieren mitzubringen und nicht direkt bei der ersten Schwierigkeit aufzugeben. Das Endergebnis hat meine Mühen allemal wett gemacht. Als Baugrundlage diente mir eine alte Holzkiste, die vor Jahren als Verpackung für Bio-Sirup gedient hatte. Sie war schon als Insektenhotel konzipiert, also konnte ich mir den Arbeitsschritt des Bauens sparen. Gerade einfachere Holzformen sollten sich aber auch so problemlos Zuhause bauen lassen. Als Baugrundlage empfiehlt sich eine witterungsbeständige Holzart und ein weiter Überstand als Dach, um die Nistplätze vor der Witterung zu schützen. Bei einem überdachten und geschützten Standort kann man sich diesen Schritt sparen.

Die Baumaterialien

Schließlich habe ich drei unterschiedliche Baumaterialien zum Füllen verwendet. Zuerst Bambusröhren, die man überall als Rankstäbe kaufen und zweckentfremden kann. Davon würde ich eher abraten oder nur kleine Flächen mit Bambus füllen. Er ist schwierig zu sägen, splittert dabei trotz eines feinen und scharfen Sägeblatts häufig und man muss zusätzlich jedes Teilstück einzeln mit einer kleinen Bürste vom Mark befreien. Anschließend klebt man die einzelnen Röhren mit einer dünnen Gipsschicht an die Rückseite des Kastens. Wichtig zu wissen: Bienen mögen kein „Licht am Ende des Tunnels“, weshalb die Röhren immer auf einer Seite vollständig verschlossen sein sollten. Gips ist für die Bienen ungiftig, befestigt die Röhren zuverlässig und schützt diese vor allem vor räuberischen Vögeln, für welche die Bienenlarven einen Leckerbissen darstellen. Alternativ möglich wäre ein Drahtgitter mit mindestens 2 cm Maschenweite, dieses ist optisch jedoch nicht besonders schön.

Das zweite Füllmaterial war in der Handhabung um einiges einfacher. Ich habe mich für Baulehm entschieden, den man im Internet oder Baumarkt erwerben kann. Dieser wird nach Packungsangabe mit der angegebenen Menge Wasser angerührt und als feuchte Masse in die jeweilige Form gedrückt. Sobald er getrocknet ist hält er auch im senkrecht aufgestellten Insektenhotel. Von der zusätzlichen Mischung mit Sand würde ich abraten, da der Lehm bei mir dabei zu sehr ausgehärtet ist und ich von vorne beginnen konnte. Für grabende Wildbienen, für die er gedacht war, wurde er so zu hart. Daher empfiehlt sich grundsätzlich eine sogenannte Nagelprobe nach dem Trocknen des Lehms zu machen. Die Beschaffenheit stimmt, wenn man das Substrat oberflächlich noch gut mit dem Fingernagel abkratzen kann. Schließlich täuscht man im Lehm mit einem Bohrer noch mehrere Nistgänge vor, um den Wildbienen die vorhandene Grabmöglichkeit zu zeigen. Sie sollten lediglich 1-2 cm lang sein und 5-8 mm Durchmesser umfassen.

Den restlichen Platz habe ich mit Ästen eines alten Kirschbaums meines Opas aufgefüllt, die sowieso von einem vergangenen Baumschnitt übrig waren. Nadelholz ist dafür grundsätzlich nicht geeignet, stattdessen sollte es Hartholz von Laubbäumen sein. Dieses sollte mindestens ein Jahr trocken gelagert sein. Ich bohrte dann Löcher mit verschiedenen Bohrstärken, ideal sind Durchmesser zwischen 2-9 mm, für die meisten Arten sollten Löcher im Durchmesser zwischen 3-6 mm überwiegen. Dabei kann ich mich nur der Buchautorin anschließen und empfehlen auf gute und scharfe Holzbohrer zu achten, persönlich hatte ich die Härte des Kirschholzes unterschätzt. Anschließend werden die Löcher ausgesaugt und mit Schleifpapier geglättet, um verbliebene Holzfasern zu entfernen. Als letzter Schritt folgt dann noch die Säuberung mit einer Bürste und Platzierung der Äste im Insektenhotel.

Fazit

Ich hatte trotz Schwierigkeiten Spaß am Bau des Insektenhotels und werde vermutlich in Zukunft weitere Projekte in Angriff nehmen. Einfachere Nisthilfen sollten auch für Leute mit weniger handwerklichem Geschick zu bewältigen sein, ein bisschen Geduld ist dabei natürlich essentiell. Zu guter Letzt danke ich meinem Opa, der mir netterweise diverses Werkzeug, Tipps im Umgang mit diesem und Baumaterial gegeben hat. Er hat bereits selbst zwei Insektenhotels gebaut und mich inspiriert es auch Mal anzupacken.

Das Buch findet ihr unter: https://www.ulmer.de/usd-6706932/richtig-gute-insektenhotels-.html

Für weitere Inspirationen und Informationen empfehle ich außerdem folgende Seite: https://www.wildbienenwelt.de/

 

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1 Kommentar
  • Opa
    1. April 2022

    Das ist ein guter und lehrreicher Beitrag.Du hast eine gute Arbeit abgeliefert, in jeder Hinsicht.Hoffentlich animiert es auch viele Nachahmer.