Bienenwachs, Kerzendocht und Mensaromantik

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Es war wieder so weit! Die Auszubildenden des Verlag Eugen Ulmer durften ihren jährlichen Praxistest durchführen. Das heißt so viel wie: Wir suchen uns ein Ulmer Buch aus und testen dieses in der Praxis (und nicht: die Auszubildenden werden auf den Prüfstand gestellt, wie ich zu Beginn meiner Ausbildung fälschlicherweise angenommen hatte).
Dieses Jahr fiel unsere Entscheidung auf das Buch „Kreativ mit Bienenwachs“, welches von dem Ehepaar Anne und Falco Tietjen geschrieben wurde und im Frühjahr 2021 beim Verlag Eugen Ulmer erschienen ist. Da der Praxistest Anfang Dezember stattfand, entschieden wir uns, in Anlehnung an die langsam aufkommende Weihnachtsstimmung im Haus, für die Herstellung von weihnachtlich dekorierten Kerzen und Bienenwachstüchern.

Fragen über Fragen

Bevor ein Praxistest durchgeführt werden kann, muss er geplant und organisiert werden. Das bedeutet die Auseinandersetzung mit dem „Was?“ und „Wann?“ (oben schon erwähnt) sowie dem „Wie?“. Vor allem letzteres machte uns in der Produktionswoche mehr zu schaffen als anfangs gedacht. Wie genau wollen wir die bestellten Neun Kilogramm Wachspastillen eigentlich erhitzen, wenn es gar keine Herdplatte in der Kantine gibt? Wie befestigen wir den Docht am Boden der Glasbehältnisse? Und wie genau schaffen wir es, dass wir die Mensa am Ende nicht in einem totalen Chaos hinterlassen?

Der Produktionstag

Geplant waren, rückblickend sehr optimistisch gedachte, dreieinhalb Stunden für die komplette Produktion. Um 08:00 Uhr morgens trafen sich die Auszubildenden in der Mensa und es konnte losgehen. Recht schnell tat sich auch das erste Problem auf. Wir hatten für die geplante Menge an Glaskerzen nicht genug Kerzendocht eingeplant, sodass wir uns spontan auf die Suche danach machen mussten. Knapp zwei Stunden und einige Baumarktbesuche später, konnten wir dann mit der Produktion so richtig starten. Das zweite Problem des Tages war damit auch unser Zeitmanagement. Neben dem Kerzendochtproblem waren auch das Einschmelzen des Bienenwachses, sowie das Putzen der Mensa im Anschluss sehr zeitaufwendig. Leider blieben weder der Boden noch die Tische, Stühle und Töpfe vom Bienenwachs verschont und wir verbrachten die zweite Hälfte des Nachmittages ausschließlich mit putzen. So wurden aus anfangs hochmotivierten Auszubildenden sehr erschöpfte Auszubildende und aus dreieinhalb geplanten Arbeitsstunden wurden mehr als Zehn.

Dennoch hat es eine Menge Spaß gemacht, das geschmolzene Bienenwachs in die Gläser zu gießen und den Prozess vom Stofftuch hin zum Bienenwachstuch mitzuerleben. Außerdem war es das letzte Projekt der „alten“ Auszubildenden, die Anfang Januar ihre Ausbildung erfolgreich beendet und somit ihren Azubi Status im Verlag Eugen Ulmer hinter sich gelassen haben. Glückwunsch an der Stelle auch noch von den, nun nicht mehr ganz so neuen „neuen“ Azubis!

Der Verkauf

Corona bedingt entschieden wir uns dazu, die Produkte per E-Mail zum Verkauf anzubieten. Den Mitarbeitern im Haus wurden die bestellten Kerzen und Bienenwachstücher dann optional an den Arbeitsplatz gebracht oder nach Hause geschickt.

Eingenommen haben wir 1.036,10 EUR. Der Ertrag kommt unserem „Verlagspatenkind“ beim Sozialwerk des Deutschen Buchhandels zugute. Wir bedanken uns noch einmal herzlich für Ihre Spenden und dafür, dass unsere Produkte aus Bienenwachs so gut angenommen wurden!

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1 Kommentar
  • Martina Weber
    17. März 2022

    Liebe Azubis,
    reichlich spät noch vielen Dank für diese tolle Aktion! Ich habe einige Kerzengläser in der Adventszeit verschenkt und sie dufteten sehr schön nach Bienenwachs.
    Der Bericht liest sich auch sehr locker und witzig. Ein typisches erstes Projekt halt – ich hoffe, die Erschöpfung ist Erholung gewichen und inzwischen neuer Motivation.
    Herzliche Grüße,
    Martina Weber